Gute Arbeit

Uetersener Nachrichten,

12. August 2017

 

Das Abgeordnetenwort

 

 

 

Liebe Leserinnen,

liebe Leser!

 

Der Beginn des Monats August ist traditionell der Termin, an dem Ausbildungen starten. Ich möchte deshalb heute zunächst allen denjenigen, die mit der „Lehre“ einen neuen Lebensabschnitt begonnen haben, alles Gute wünschen und denen Dank sagen, die ausbilden.

Insgesamt erreichen uns derzeit gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Dennoch gibt es keinen Grund auszuruhen. Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist dafür nur ein gutes Beispiel. Der Anstieg unbesetzter Stellen im Vergleich zum Vorjahr bei gleichzeitigem Anstieg unversorgter Bewerber bzw. Bewerberinnen belegt dies.

Um dem Fachkräfte-Mangel zu begegnen, müssen es aber noch mehr werden. Gute
Rahmenbedingungen können helfen, mehr Auszubildende zu finden. Wenn
Medienberichten zu entnehmen ist, dass gerade junge Frauen mit Kindern zu Hause bleiben, um die hohen Kita-Gebühren zu sparen bzw. sie sich nicht leisten können, dann ist etwas faul im Lande Schleswig-Holstein. Denn
dadurch fehlen weitere gut ausgebildete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt. Ganz abgesehen davon, wird der Anspruch auf Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft nicht erfüllt. Eine schrittweise Entlastung der Eltern von den hohen Kitagebühren ist von der schwarzen Ampel aus CDU, FDP und Grünen nicht in Sicht.

Die SPD hat auch als Oppositionsfraktion den Anspruch, für gute Arbeit in Schleswig-Holstein zu
sorgen. Schritte in die richtige Richtung sind von der Küstenkoalition gemacht worden, weitere Ideen und konkrete Projekte sind gefragt. Von der schwarzen Ampel ist hier nichts zu erwarten. Im Koalitionsvertrag kommen Begriffe wie gute Arbeit oder soziale Gerechtigkeit gar nicht vor. Dass Grüne so einen Vertrag jemals unterschreiben würden, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können. Trotz der guten Arbeitsmarktzahlen gibt es Fehlentwicklungen. Der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit, Leiharbeit oder Mini-Jobs liegt bei uns in Schleswig-Holstein leider auf sehr hohem Niveau. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse liegen vor, wenn Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nur schlecht oder gar nicht von ihrem Einkommen leben können. Dadurch wächst die Gefahr von Altersarmut in der Zukunft. Wer hart arbeitet, muss auch davon leben können. Wir brauchen noch mehr Anstrengungen für anständige Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Drei Kernforderungen der SPD und ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz will ich hier exemplarisch nennen, die für mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt sorgen werden:

Die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen wollen wir abschaffen. Für Leiharbeit soll ab dem ersten Tag, gleicher Lohn für gleiche Arbeit gelten. Unser Ziel ist es, innerhalb von vier Jahren die Zahl der Beschäftigten in prekären Beschäftigungsverhältnissen um ein Drittel zu reduzieren.

Bei der anstehenden Bundestagswahl geht es darum, ob ein Weg in ein modernes und gerechtes Deutschland, für das die SPD steht, beschritten wird, oder ob in Deutschland weiter gemerkelt wird.

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Herzliche Grüße, Ihr

Landtagsabgeordneter

Thomas Hölck