Geb├╝hrenfreie Meisterpr├╝fung

Es gilt das gesprochene Wort

 

Thomas H├Âlck

5 . Tagung

Top 28 geb├╝hrenfreie Meisterpr├╝fung erm├Âglichen und Meistergr├╝ndungspr├Ąmie schaffen

Anrede,

Handwerk hat goldenen Boden, dieser Satz ist auch heute nicht falsch. F├╝r die SPD-Landtagsfraktion will ich mich darum ausdr├╝cklich bei den Handwerksbetrieben f├╝r ihre Ausbildungsbereitschaft bedanken. Gerade Handwerksbetriebe werden h├Ąufig ├╝ber Generationen hinweg erfolgreich gef├╝hrt, sie sind Ort guter Arbeit und Ausbildung. Sie stehen gleichzeitig f├╝r ihre Bereitschaft zur Innovation, hohe Qualit├Ątsstandards und hochwertige Produkte. Jede Meisterin, jeder Meister hat daf├╝r unseren Respekt verdient.

Der goldene Boden wird aber immer wackeliger, weil ein Fundament, auf dem er steht, immer brisanter wird. N├Ąmlich die Betriebsnachfolge. Es fehlt schlicht an Nachfolgern f├╝r die Unternehmen in Schleswig-Holstein. Deshalb m├╝ssen Anreize geschaffen werden, damit mehr Menschen den Mut aufbringen, ein Unternehmen bzw. einen Handwerksbetrieb zu ├╝bernehmen.

Da fangen wir in Schleswig-Holstein nicht bei Null an. Bei der Investitionsbank gibt es F├Ârderlotsen, die Existenzgr├╝nderinnen und -gr├╝nder beraten. Denn nur optimale Finanzierungs- und F├Ârderm├Âglichkeiten zu Eigenkapitalanforderungen und Sicherheiten und zu Anforderungen an Gr├╝ndungs- und Unternehmenskonzepte bilden die Grundlage f├╝r eine nachhaltige Gr├╝ndung.

Und es gibt ein Gr├╝ndungsstipendium. Damit werden Absolventen sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen bei der Gr├╝ndung eines eigenen Unternehmens in Schleswig-Holstein unterst├╝tzt. 1.600 Euro pro Person f├╝r eine Laufzeit von sechs Monaten.

Was in diesem Bereich m├Âglich ist, muss sich auch auf das Handwerk ├╝bertragen lassen. Deshalb macht eine Meistergr├╝ndungspr├Ąmie durchaus Sinn und eine allgemeine Gr├╝nderpr├Ąmie f├╝r s├Ąmtliche ├ťbernahmen von Betrieben bzw. von Unternehmen einzuf├╝hren, wie der SSW das fordert, muss zumindest genauer betrachtet und diskutiert werden.

Sie allein k├Ânnen aber nicht alle Probleme f├╝r die Handwerksbetriebe l├Âsen, daher unser ├änderungsantrag. Denn Handwerksbetriebe, die nach der Handwerksordnung der Meisterpflicht unterliegen, k├Ânnen den Handwerksbetrieben ohne Meisterpflicht und anderen Unternehmen nicht gleich gesetzt werden.

Die Meisterpflicht bedingt, dass ein Betriebsnachfolger den Meistertitel erworben haben muss, oder zus├Ątzlich einen Meister anstellt, was bei kleinen Handwerksbetrieben eher die Ausnahme sein wird.

Das hei├čt, diese besondere H├╝rde muss in der F├Ârderpraxis genauer betrachtet werden.

Da es ohne Meister keine Pr├Ąmie und damit keine Nachfolge oder Gr├╝ndungen gibt, m├╝ssen auch gen├╝gend Gesellen bereit sein, einen Meistertitel erwerben zu wollen. Und nur dann ergibt sich auch ausreichendes Nachfolgerpotential.

Die Zahl der Meister-Absolventen stagniert in Schleswig-Holstein in den zur├╝ckliegenden Jahren und liegt im Schnitt bei 609 Absolventen.

Und das bei 31.000 Handwerksbetrieben in Schleswig-Holstein. In Deutschland ist seit 2013 die Zahl der Meisterweiterbildungen sogar r├╝ckl├Ąufig.

Die SPD-Landtagsfraktion steht f├╝r eine mittelstandsfreundliche und handwerksorientierte Wirtschaftspolitik. Dabei wollen wir wirtschaftlichen Erfolg mit guter Arbeit verkn├╝pft wissen. Das geht nur mit guter Aus- und Weiterbildung. Wir brauchen darum mehr Meisterinnen und Meister, deshalb wollen und brauchen wir die Geb├╝hrenfreiheit der Meisterausbildung. Deshalb fordern wir eine Reform des Aufstiegsfortbildungsgesetzes zur vollst├Ąndigen ├ťbernahme der Lehrgangs- und Pr├╝fungsgeb├╝hren der Meisterausbildung.

Bildung muss in allen Phasen geb├╝hrenfrei sein. Von der Kita bis zum Studium oder zur Meisterausbildung.

Dies ist f├╝r Techniker-, Meister- und Fachwirtkurse derzeit noch nicht gegeben. Das ist ungerecht und tr├Ągt zur mangelnden Attraktivit├Ąt dualer Ausbildungsberufe bei. Darum, liebe Koalition, wenn Sie die Meistergr├╝ndungspr├Ąmie wirklich zum Erfolg bringen wollen, stimmen Sie auch unserem Antrag zu. Denn nur beides gemeinsam wird zu einer wirklich runden Sache f├╝r das Handwerk.